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Lichtbilder

Lichtbilder eines Augenblicks

Marlen Wagner zur Photographie

Die Jagd nach dem perfekten Augenblick endet mit dem Tod des Jägers, nicht mit dem der Beute. Aber geht es darum, den Augenblick zu erjagen – oder darum, ihn zu erleben und erst in seiner Vergänglichkeit seiner inne zu werden?

Gestaltung eines Augenblicks


Kann man einen Augenblick machen? Gestalten? Und: Geht es um den einen oder nicht doch um eine Reihe von Augenblicken, die im Gedächtnis verweilen und hier und da an die Oberfläche treiben, um sich zu sehen zu geben?

Lichtbilder

Zu sehen geben, das ist das, was Photographie tut. Etwas in einem neuen Licht sehen, aus einem anderen Blickwinkel betrachten können. Die Kamera sieht den Moment, der Photograph gestaltet daraus den Augenblick. Nicht jedes Gesehene kann gestaltet werden und nicht jedes Gestaltete wird zum Augenblick. Oft hängt das Gelingen vom Zufall, vom zufällig Zugestoßenen ab – und von Zeit, die verstreicht. Manchmal liegt das Ausgangsmaterial meiner Photographien lange im digitalen Gedächtnis meines Computers, bis eine plötzliche Koinzidenz es erneut in meinem Gedächtnis wachruft und ich mit der Arbeit beginne.

„Es ist nicht der Fährmann, der wartet. Es wartet die Beute auf den Jäger. Er ist unterwegs, Bote des Zeitloses, in die Zeit. Er sucht nicht die versäumten Augenblicke. Er wittert die fadenscheinig gewordenen Ausreden. Und er weiß, wo er die Fallen der Angst zu suchen hat.“ (Robert Krokowski)

Marlen Wagner
colour the death
2013
ISBN 978-3-943852-08-0
7,99