Fraktalwerk zu Gast im „Pavillon Simone Weil“

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„Was heißt realisieren?“
Spuren der Entschöpfung.
Pavillon Sicli, Genf, 16.–30. Mai 2026

Fraktalwerk ist für zwei Wochen zu Gast im „Pavillon Simone Weil“ in Genf/Schweiz – einem von dem Schweizer Künstler und Initiator des Projekts Thomas Hirschhorn geschaffenen Ort des gemeinsamen Denkens, Lesens und Austauschs. Eingeladen mitzuwirken wurde Fraktalwerk vom Simone-Weil-Kollektiv/Berlin.

 Der Pavillon ist kein Ausstellungsraum, er ist eine Werkstatt. Thomas Hirschhorn geht es nicht um die Ästhetik des Objekts, sondern um die Energie des Denkprozesses. Als „flüchtiges Denkmal“ für Simone Weil konzipiert, soll der Pavillon dennoch Spuren hinterlassen und dazu anregen, die Texte von Simone Weil zu lesen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und sie gemeinsam weiterzudenken.

 Marlen Wagner, Sonja Knoll und Robert Krokowski zeigen im Pavillon ihre Lesarten von Texten Simone Weils.

 „Das eigene Ding und gemeinsame Sache machen“, diesem programmatischen Ansatz von Fraktalwerk folgend, ist exklusiv für „Pavillon Simone Weil“ das Künstlerbuch „Spuren der Entschöpfung“ entstanden, das zwei Wochen lang dort ausliegen wird. Robert Krokowski, Sonja Knoll und Marlen Wagner zeigen darin eine ganz eigene Lesart von ausgewählten Texten Simone Weils. Mittels Blackout poetry entstehen neue Texte auf Deutsch, die, ins Französische übersetzt, auch in Weils Muttersprache eine andere Lesart anbieten. Robert Krokowskis „Schrift der Engel“, Sonja Knolls gestickte Zeichen und Wagners Borkenschrift kommentieren diese Lesart. Die technische Anlage des Buches ermöglicht es, auf verschiede Arten zu blättern und die Seiten neu zu konstellieren.

 Den Werkstatt-Charakter des Pavillons aufnehmend, lädt eine FW-Installation von Robert Krokowski das Publikum und andere Mitwirkende ein, selbst Teil des Arbeitsprozesses zu werden:  eine rote Spur zu hinterlassen, die mit anderen verbindet – und einen Gegenstand, der seinen Nutzen lange schon verloren hat, einen neuen, anderen im künstlerischen Prozess zu geben. Jede*r kann Gegenstände mitbringen, die im Alltag gebraucht wurden – die aber nicht mehr verwendet werden, beschädigt sind oder von denen die Art ihres Gebrauchs sogar vergessen wurde. Diese Gegenstände werden installiert und fotografiert. Die Teilnehmenden sind eingeladen, dazu eine Geschichte und eine Spur aus rotem Faden zu hinterlassen. Gemeinsam mit den Besuchern und Beteiligten entsteht ein offener Raum für Begegnung, Gespräch und gemeinsames Arbeiten.

In der zweiten Woche, vom 23. bis 30. Mai, werden die Tänzerin und Choreografin Libertad Esmeralda Iocco und Juan Paz Cruz ihre Projekte vor Ort planen, vorbereiten und zeigen, in Tanz und Bewegung, im Sammeln und bearbeiten von Steinen.