Marlen Wagner zu Photographie – Lichtbilder eines Augenblicks

„Die Jagd nach dem perfekten Augenblick endet mit dem Tod des Jägers, nicht mit dem der Beute. Aber geht es darum, den Augenblick zu erjagen –oder darum, ihn zu erleben und erst in seiner Vergänglichkeit seiner inne zu werden?

Kann man einen Augenblick machen? Gestalten? Und: Geht es um den einenoder nicht doch um eine Reihe von Augenblicken, die im Gedächtnis verweilen und hier und da an die Oberfläche treiben, um sich zu sehen zu geben?

Zu sehen geben, das ist das, was Photographie tut. Etwas in einem neuen Licht sehen können, aus einem anderen Blickwinkel betrachten können. Die Kamera sieht den Moment, der Photograph gestaltet daraus den Augenblick. Nicht jedes Gesehene kann gestaltet werden und nicht jedes Gestaltete wird zum Augenblick. Oft hängt das Gelingen vom Zufall, vom zufälligen Zugestoßenen ab –und von Zeit, die verstreicht. Manchmal liegt das Ausgangsmaterial meiner Photographien lange im digitalen Gedächtnis meines Computers, bis eine plötzliche Koinzidenz es erneut in meinen Gedächtnis wachruft und ich mit der Arbeit beginne.“

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