Was heißt: realisieren? Der rote Faden …

alt="Der rote Faden – Installation im Pavillon Simone Weil/Genf 2026">

Die FW-Installation Robert Krokowskis im Pavillon Simone Weil/Genf beantwortet diese Frage auf eine ganz spezielle Art und Weise …

Den Werkstatt-Charakter des Pavillons aufnehmend, hatte Fraktalwerk eingeladen: das Publikum und andere Mitwirkende, selbst Teil des Arbeitsprozesses zu werden und eine rote Spur zu hinterlassen, die mit anderen verbindet – und einen Gegenstand, der seinen Nutzen lange schon verloren hat, einen neuen, anderen im künstlerischen Prozess zu geben. Jede*r war aufgefordert worden, Gegenstände des Alltags mitzubringen, die ihren Verwendungszweck verloren haben, beschädigt sind oder von denen die Art ihres Gebrauchs sogar vergessen wurde.

Der schwarze Stoff auf der Staffelei, der rote Faden, die Nadel – und die kleine Ablagefläche davor. Der Fotograf stand bereit, Spuren und Gegenstände zu dokumentieren, Interessierte kamen – und gingen wieder. Denn eines hatten wir nicht mit eingeplant: Solche Gegenstände führt nur höchst selten jemand mit sich. Noch seltener bei dem Besuch eines Kunstprojektes.

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Also änderten wir die Vorgabe: Nun konnte ein persönlicher Gegenstand, der zufällig den Weg in den Pavillon gefunden hatte, in der Hosentasche, im Rucksack, am Körper mitgebracht, seinen Platz einnehmen auf der kleinen Ablage – nachdem die rote Spur ein Stückchen weiter gestickt worden war. Diesmal kamen Interessierte – und blieben. Und stickten und erzählten und platzierten.

Auch das heißt: realisieren. Das eigene Ding, das eigene Konzept, die eigene Idee nicht durchsetzen zu wollen, sondern gemeinsame Sache mit anderen zu machen – und schauen, was dadurch möglich wird.